zur Familie - Juden in Lahnstein

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Der älteste Lahnsteiner Vertreter dieser Familie ist Simon Bär (er schrieb sich wirklich mit 'ä'). Er kam von Immendorf (heute Stadtteil von Koblenz). Seine Vorfahren waren noch 'Schutzjuden' gewesen und hatten noch keine Freizügigkeit genossen. Immerhin war sein Ur-Urgroßvater Baer Hely in Immendorf aufgenommen worden.1 Er war 1750/51 in Ruppertshofen geboren, einer kleinen Gemeinde von heute etwa 350 Einwohnern in der Verbandsgemeinde Nastätten im Rhein-Lahn-Kreis, die im Lauf der Geschichte weit und breit den höchste Prozentsatz an jüdischen Einwohnern hatte.
Wie aus den Akten hervorgeht, hatte Simon Baer oder Bär in Jugendjahren Probleme als Mitglied der jüdischen Gemeinde.2 Und so nutzte er die nach der Reichsgründung 1871 erlangte völlige Freizügigkeit und heiratete hinunter an den Rhein nach Oberlahnstein. Dass dort Mädchen reicher Eltern lebten und auf einen Ehemann warteten, war ihm auf seinen Geschäftsreisen als Pferdehändler sicherlich nicht verborgen geblieben. Und so heiratete er mit Caroline eine Vertreterin der begüterten Familie Rheinhold, die auf den reichen Textilhändler Salomon Mayer zurückführte, der 1767 gestorben war. Seine Nachfahren wählten mehrheitlich den Namen "Rheinhold" (auch: Reinhold, Rheinold) als Familiennamen, ein Zweig nannte sich Ehrenthal.

Karoline und Simon hatten 11 Kinder, von denen allerdings - in jenen Zeiten nicht ungewöhnlich - nur sechs erwachsen wurden:


Es ist augenfällig, dass die Kinder keine typisch-jüdischen Vornamen bekamen - ein Ergebnis der Bestrebungen nach Akkulturation, einer entscheidenden Voraussetzung für das Gelingen der Integration.

Ein weiteres Verhalten ist sowohl in diesem Licht als auch unter religiösen Aspekten zu sehen: Stiftungen an die Gemeinschaft, sowohl die jüdische (als Gemeindevorsteher) als auch die christliche (Fürsorge für die Angestellten, Baere-Brückelchen). Dieser über die Familie hinausgehende Gemeinschaftsbezug war natürlich auch der Existenz als Minderheit in der Diaspora geschuldet.

 
 
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